Astrologie-Skeptiker


Skeptiker-Argumente

und wie man ihnen die Luft rauslässt

Auszug aus dem Power-Letter Nr. 399 vom 9.3.2026


Astrologie und ihre hartnäckigen 

Skeptiker-Argumente

Fundiert oder lediglich nachgeplappert?



Kürzlich schrieb mir ein Insider-Mitglied, er sei nicht an Astrologie interessiert, denn die Planetenstände hätten sich ja längst verändert.
Solche Rückmeldungen bekomme ich immer wieder. Und auch das Schweizer Fernsehen hat kürzlich mit einer Einstein-Sendung ins selbe Horn gestoßen. Zum Glück gab es einen Riesen-Shitstorm für diese sackschwache Leistung.

Ich bin langsam etwas müde geworden, immer wieder dieselben unreflektierten Skeptiker-Argumente zu hören. Die meisten davon werden seit Jahrzehnten praktisch wortgleich weitergereicht. Kaum jemand prüft nach, ob sie überhaupt stimmen. Man plappert sie einfach nach, weil man sie irgendwann einmal gehört hat.

Darum möchte ich in diesem Power-Letter einmal gründlich aufräumen mit den häufigsten Vorurteilen gegenüber der Astrologie. Nicht, um jemanden zu bekehren. Wer sich nicht dafür interessiert, darf das selbstverständlich so halten. Aber ich finde, wenn man etwas kritisiert, sollte man wenigstens wissen, wovon man spricht.
So bin ich übrigens zur Astrologie gekommen. Ich hatte 2010 die Idee, diesen „Aberglauben“ in meinem Power-Letter zu demontieren. Allerdings war ich, im Gegensatz zu vielen Skeptikern, intelligent genug, mich zuerst intensiv damit zu beschäftigen. Der Rest ist, wie du weißt, Geschichte.

Beginnen wir also mit den klassischen Einwänden:


Skeptiker-Argument Nr. 1:
„Die Sternzeichen stimmen doch gar nicht mehr, 

weil sich die Sternbilder verschoben haben.“

Dieses Argument gehört zu den beliebtesten. Es zeigt aber vor allem eines: Wer das ins Feld führt, hat sich nie ernsthaft mit Astrologie beschäftigt.

Die westliche Astrologie arbeitet nämlich nicht mit den tatsächlichen Sternbildern am Himmel, sondern mit dem sogenannten tropischen Tierkreis. Dieser beginnt jedes Jahr exakt mit der Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche. Von dort aus wird der Kreis in zwölf gleich große Abschnitte zu je 30 Grad unterteilt.

Diese Abschnitte heißen Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann und Fische. Die Namen sind historisch entstanden, als diese Abschnitte ungefähr mit den entsprechenden Sternbildern übereinstimmten. Heute tun sie das nicht mehr, und das ist für die astrologische Methode absolut irrelevant.

Wer dieses Argument bringt, kritisiert also etwas, was in der Astrologie gar nicht behauptet wird.


Skeptiker-Argument Nr. 2:
„Astrologie behauptet, die Planeten würden unser Leben steuern.“

Auch das ist ein Missverständnis. Die klassische Astrologie arbeitet nicht mit Kausalität, sondern mit Synchronizität.

Das bedeutet: Die Planetenkonstellationen gelten nicht als Ursache menschlicher Ereignisse, sondern als Spiegel oder Symbol einer Zeitqualität. Ein häufig verwendetes Bild ist das der Uhr. Wenn der Zeiger auf zwölf steht, ist nicht der Zeiger die Ursache dafür, dass Mittag ist. Er zeigt lediglich an, wieviel Uhr es ist.

In ähnlicher Weise betrachtet die Astrologie die Konstellationen des Himmels als symbolische Anzeige eines bestimmten energetischen Musters.

Die alten Griechen kannten zwei Götter für die Zeit: Chronos und Kairos. Chronos war für die Zeitquantität zuständig und Kairos für die Zeitqualität. Den Chronometer (auch bekannt unter dem Namen „Uhr“) können die meisten Erwachsenen lesen, den Kairometer (die Himmelsuhr) leider nicht. Und das ist für viele, die es nicht können, Anlass genug, um diejenigen zu verhunzen, die es können. Ziemlich absurd, oder?


Skeptiker-Argument Nr. 3:
„Die Gravitation der Planeten ist viel zu schwach.“

Dieses Argument wird oft von Menschen vorgebracht, die glauben, Astrologie müsse physikalisch funktionieren.

Tatsächlich basiert Astrologie aber nicht auf Gravitation. Niemand behauptet, dass Mars oder Venus durch physikalische Kräfte unsere Persönlichkeit formen. Die astrologische Symbolik entstand lange bevor jemand etwas über Gravitation wusste.
Hier wird also ebenfalls eine Theorie kritisiert, die kein vernünftiger Astrologe vertritt.


Skeptiker-Argument Nr. 4:
„Horoskope in Zeitungen passen auf jeden.“

Damit haben die Skeptiker sogar recht. Zeitungshoroskope sind Unterhaltung. Sie bestehen aus extrem vereinfachten Textbausteinen, nutzen den sogenannten Barnum- oder Forer-Effekt und beziehen sich meistens nur auf das Sonnenzeichen. Letzteres ist in etwa vergleichbar mit einem Mediziner, der sich nur um das Herz kümmert.

Ein echtes Geburtshoroskop ist dagegen ein hochkomplexes System aus Planetenstellungen, Häusern, Aspekten, Mondknoten, Achsen und vielen weiteren Faktoren. Zwei Menschen, die beide „Löwe“ sind, können vollkommen unterschiedliche Horoskope haben.

Astrologie anhand von Zeitungshoroskopen zu beurteilen, ist etwa so intelligent wie wenn man die gesamte medizinische Wissenschaft nach einem Werbespot für Kopfschmerztabletten bewerten würde.


Skeptiker-Argument Nr. 5:
„Astrologen widersprechen sich ständig.“

Das stimmt teilweise. Aber daraus folgt nicht, dass Astrologie falsch ist. Es zeigt lediglich, dass Interpretation eine Rolle spielt.

Auch zwei Psychologen können denselben Menschen unterschiedlich einschätzen. Zwei Juristen können dasselbe Gesetz verschieden auslegen. Und zwei Ärzte können zu unterschiedlichen Diagnosen kommen.

Astrologie ist eine symbolische Sprache. Und wie jede Sprache kann sie unterschiedlich gelesen werden.


Skeptiker-Argument Nr. 6:
„Wenn Astrologie funktionieren würde, 

hätte die Wissenschaft das längst bewiesen.“

Hier übersieht der Skeptiker, dass Astrologie gar nicht nach denselben Kriterien arbeitet wie ein naturwissenschaftliches Experiment.

Naturwissenschaft untersucht reproduzierbare, isolierbare Ursachen. Astrologie arbeitet dagegen mit komplexen, einmaligen Lebenssituationen. Ein Horoskop ist kein chemischer Versuch im Labor, sondern eher vergleichbar mit einer Landkarte oder einer psychologischen Analyse.

Dass sich solche Systeme nicht problemlos in Doppelblindstudien pressen lassen, überrascht daher kaum.

Kommt dazu, dass die bisherigen astrologischen Studien den drei Gütekriterien einer wissenschaftlichen Studie in der Regel nicht entsprechen.
Für nicht akademisch Verdorbene, hier die Erklärung:

  • Validität: Eine Messung ist valide, wenn sie tatsächlich das misst, was sie messen soll und somit glaubwürdige Ergebnisse liefert.
  • Reliabilität: Die Reliabilität bezieht sich darauf, ob deine Forschung bei wiederholter Durchführung zuverlässige Ergebnisse liefert.
  • Objektivität: Eine Forschung ist objektiv, wenn keine ungewollten Einflüsse durch involvierte Personen entstehen.

So hat zum Beispiel Gunter Sachs (Gott hab’ ihn selig) im Jahr 1997 eine astrologische Studie veröffentlicht, die zeigen sollte, welche Sternzeichen zu welchen Berufen neigen. Mindestens das Kriterium der Validität hat diese Studie nicht erfüllt, denn es wurden nur die Sonnenzeichen untersucht, und damit ist das wissenschaftlicher Schrott. Aufgrund der Bekanntheit von Gunter Sachs erfuhr das Buch leider trotzdem weite Verbreitung.


Skeptiker-Argument Nr. 7:
„Astrologie beruht auf dem Bestätigungsfehler.“

Der sogenannte Bestätigungsfehler bedeutet, dass Menschen vor allem das wahrnehmen, was ihre Erwartungen bestätigt.

Dieses psychologische Phänomen existiert tatsächlich. Aber es erklärt nicht alles. Wer einmal eine sorgfältige astrologische Analyse erlebt hat, weiß, dass dabei oft auch Dinge angesprochen werden, die der Betroffene zunächst gar nicht hören wollte.

Diese überraschenden Treffer sind es, die viele Menschen überhaupt erst neugierig machen.


Skeptiker-Argument Nr. 8:
„Es gibt noch ein dreizehntes Sternzeichen.“

Auch dieses Argument beruht auf einer Verwechslung. Gemeint ist das Sternbild Schlangenträger.

Astronomen haben völlig recht: Die Sonne durchläuft dieses Sternbild tatsächlich. Für die Astrologie spielt das jedoch keine Rolle, weil sie, wie ich weiter oben schon erklärt habe, nicht mit den realen Sternbildern arbeitet, sondern mit dem symbolischen Tierkreis aus zwölf gleich großen Abschnitten.

Das System ist also bewusst auf zwölf Archetypen aufgebaut.


Skeptiker-Argument Nr. 9:
„Zwillinge müssten doch identische Leben führen.“

Gemeint ist natürlich nicht das Tierkreiszeichen Zwillinge, sondern zwei fast gleichzeitig geborene Menschen. Auch das klingt zunächst plausibel. Aber Zwillinge werden selten exakt zur gleichen Minute geboren. Schon wenige Minuten können den Aszendenten und damit die Häuserstruktur verändern.

Noch wichtiger ist jedoch etwas anderes: Ein Horoskop zeigt Anlagen und Themen. Wie diese gelebt werden, hängt stark von Umfeld, Familie, Kultur und persönlichen Entscheidungen ab. Ein und dieselbe Anlage kann sich in unterschiedlichen Lebenswegen ausdrücken. So kann der eine Zwilling seine Skorpion-Energie beispielsweise in einem Psychologie-Studium ausleben, während der andere Gerichtsmediziner oder Tantralehrer wird.
Die Astrologin Liz Greene hat außerdem festgestellt, dass Zwillinge, die gemeinsam aufwachsen, in der Regel unterschiedlicher sind als solche, die bei der Geburt getrennt wurden. Sie folgert daraus, dass Zwillinge sich quasi ihr Horoskop aufteilen, um ihre Eigenständigkeit zu wahren.


Skeptiker-Argument Nr. 10:
„Astrologie ist Aberglaube.“

Dieser Vorwurf wird gerne erhoben, ohne zu definieren, was genau damit gemeint ist.

Astrologie ist ein mehrere tausend Jahre altes Symbolsystem, das in vielen Kulturen unabhängig voneinander entwickelt wurde. Man kann darüber diskutieren, wie zuverlässig es ist oder welche Methoden sinnvoll sind. Aber es pauschal als Aberglauben abzutun, ersetzt keine sachliche Auseinandersetzung.

Wer ernsthaft kritisieren möchte, sollte sich zumindest ein wenig mit dem System beschäftigen. Und daran hapert es erstaunlich oft. Viele der lautesten Kritiker kennen Astrologie nur aus Karikaturen, Zeitungsrubriken oder spöttischen Fernsehsendungen. Sie kritisieren also nicht die reale Astrologie, sondern eine vereinfachte Version davon.
Damit ist Kritik natürlich sehr einfach. Aber eben auch wenig überzeugend.

Übrigens könnte Astrologie gerade im Zeitalter der künstlichen Intelligenz eine völlig neue Bedeutung bekommen. Denn die KI kann etwas, das menschlichen Astrologen oft schwerfällt: Sie kann enorme Mengen astrologischer Faktoren gleichzeitig analysieren. Und vom Vorwurf des sogenannten „Cold Readings“ ist die seelenlose KI nun mal definitiv befreit.