HPZs Power-Letter – zwei Kostproben


HPZs Power-Letter – zwei Kostproben



Nr. 399

9.3.2026

Herausforderungen des Rentenalters, und wie man sie meistert. Mehr in diesem Power-Letter…


Hallo, liebes Mitglied des HPZ-Insider-Clubs,

Ich gehöre ja zur Generation der Babyboomer. Und wie man weiß, gehen diese seit ein paar Jahren schrittweise in Rente. Ganze Jahrgänge verlassen gleichzeitig die Arbeitswelt. Für die Gesellschaft ist das eine massive Veränderung, für die einzelnen Menschen oft noch viel mehr.
Dass das Rentenalter gewisse Vorteile bringt, wissen wir alle, auch die Jungen. Mehr Zeit, weniger Druck, keine beruflichen Verpflichtungen mehr. Endlich ausschlafen. Endlich reisen. Endlich tun, wozu früher angeblich nie Zeit war.

So weit die Theorie. Dass das Rentenalter je nach Menschentyp unterschiedliche Herausforderungen bereithält, dürfte nicht nur die Rentner unter meinen Lesern interessieren, sondern auch jüngere Jahrgänge. Denn warum sollte man nicht von den Fehlern der Älteren lernen!
Mehr dazu gibt es in meinem ersten Beitrag…



Wenn die Arbeit endet…

…und das Leben plötzlich neu beginnt


In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass der Übergang in die Pensionierung für viele Menschen eine tiefgreifende Lebenskrise sein kann. Nicht, weil die Rente an sich ein Problem wäre, sondern weil sie uns mit Fragen konfrontiert, denen wir jahrzehntelang elegant aus dem Weg gegangen sind.
Wer bin ich, wenn mein Beruf wegfällt?
Wofür stehe ich, wenn niemand mehr etwas von mir erwartet?
Und was mache ich mit all dieser Zeit?

Dabei hat jeder Menschentyp mit unterschiedlichen Herausforderungen zu kämpfen.

Der erste Typ: Der Überflieger.

Das ist der Mensch, der sein ganzes Leben lang erfolgreich war. Ich kann davon ein Liedchen singen. Solche Menschen definieren sich stark über Leistung und Wirkung. Sie sind sich gewöhnt, gebraucht zu werden.
Mit der Pensionierung verschwindet dieses Spielfeld auf einmal. Niemand ruft mehr an, weil ein Problem gelöst werden muss. Niemand wartet auf Entscheidungen. Niemand braucht die Erfahrung, die früher so gefragt war.
Für manche fühlt sich das an wie ein Sturz aus dem zehnten Stock.

Die Herausforderung für diesen Typ besteht darin, eine neue Form von Selbstwert zu entwickeln, die nicht mehr ausschließlich von Leistung abhängt. Das ist natürlich leichter gesagt als getan. Denn wer sein Leben lang Anerkennung über Erfolg bekommen hat, muss erst lernen, dass Würde auch ohne Leistung existiert. Ich selbst bin gerade mitten in dieser Lernphase.

Eine hilfreiche Haltung ist hier, wenn man die Rolle des Mentors einnimmt. Wer seine Kompetenz weitergibt, statt sie zu verteidigen, entdeckt oft eine neue, ruhigere Form von Bedeutung.

Der zweite Typ: Der „Beamte“.

Damit meine ich nicht den Berufsstand, sondern eine Lebenshaltung. Dieser Mensch hat sein Leben lang funktioniert. Pflichtbewusst und zuverlässig. Das Leben bestand aus Arbeit, Verantwortung und Durchhaltewillen.
Genuss wurde immer wieder verschoben.
„Später einmal.“
„Wenn ich dann mal in Rente bin.“
„Dann habe ich endlich Zeit.“

Das Problem ist nur: Wer vierzig Jahre lang gelernt hat, Bedürfnisse aufzuschieben, kann plötzlich nicht einfach auf Genuss umschalten. Genuss ist etwas, was man lernen muss. Viele Menschen dieses Typs stellen nach der Pensionierung fest, dass sie gar nicht mehr wissen, was ihnen eigentlich Freude macht. Das Leben war so lange Pflichtprogramm, dass die Liste der eigenen Wünsche völlig verblasst ist.
Die Aufgabe besteht hier darin, die Fähigkeit zum Genießen neu zu lernen. Das macht man am besten in kleinen Schritten. Ein Spaziergang ohne Ziel. Ein Hobby ohne Leistungsdruck. Ein Gespräch ohne Agenda.
In meinen Grundlagen-Seminaren habe ich immer drei Listen erstellen lassen. Sie trugen die Titel:

Was mag ich?
Was kann ich?
Was werde ich in einem Jahr zusätzlich können?

Während diese Listen früher dazu dienten, eine bessere Work-Life-Balance zu erreichen oder gar sein Hobby zum Beruf zu machen, können sie dem Menschen im Pensionsalter dazu verhelfen, das, was aufgrund von Gesundheit und Energielevel noch geht, zu genießen.

Der dritte Typ: Leben für die Enkelkinder.

Auf den ersten Blick wirkt das sympathisch. Großeltern, die ihre Enkelkinder lieben und viel Zeit mit ihnen verbringen. Daran ist grundsätzlich nichts falsch. Problematisch wird es, wenn Enkel zum einzigen Lebensinhalt werden.
Die Großeltern richten ihr ganzes Leben auf die Familie der Kinder aus und hoffen im Gegenzug auf Nähe, Dankbarkeit und regelmäßige Besuche.

Der gesündere Weg besteht darin, Enkel als wunderbare Bereicherung zu sehen, aber nicht als Ersatz für ein eigenes Leben. Großeltern bleiben eigenständige Menschen mit eigenen Interessen, Freunden und Projekten.
Die Enkel profitieren übrigens sehr davon, wenn sie Großeltern erleben, die ein eigenes Leben führen.

Ein weiterer Typ: Der Dauerbeschäftigte.

Dieser Mensch kann mit Leere überhaupt nicht umgehen. Kaum ist die Pensionierung da, wird der Kalender sofort wieder vollgestopft. Vereine, Ehrenämter, Kurse, Projekte, Reisen. Hauptsache, es bleibt keine freie Minute. Man könnte meinen, dieser Mensch habe seine Freiheit besonders gut genutzt. In Wirklichkeit ist es aber nur eine Fortsetzung des alten Hamsterrads mit anderen Mitteln.
Die Herausforderung besteht hier darin, Stille auszuhalten. Viele Menschen entdecken erst dann neue Seiten an sich.

Und der letzte Typ, der mir einfällt: Der Suchende.

Das sind Menschen, die spüren, dass mit der Pensionierung eine neue Lebensphase beginnt. Eine Phase, in der nicht mehr Wachstum im äußeren Sinn im Mittelpunkt steht, sondern innere Entwicklung.
Manche beginnen zu schreiben. Andere beschäftigen sich mit Philosophie, Spiritualität oder Kunst. Das sind oft diejenigen Menschen, die im Alter eine erstaunliche Lebendigkeit entwickeln.

Vielleicht liegt das Geheimnis eines guten letzten Lebensabschnitts darin, dass man erkennt: Die Pensionierung bedeutet kein Ende, sondern eine Metamorphose. Das alte Leben hört auf, und ein neues beginnt.
Wer versucht, das alte Leben einfach weiterzuführen, wird garantiert im Frust landen. Wer jedoch bereit ist, sich neu zu erfinden, kann eine Phase erleben, die reich und erfüllend ist.

Und vielleicht ist das die eigentliche Einladung des Alters. Nicht mehr zu funktionieren, sondern endlich wirklich zu leben.




Astrologie und ihre hartnäckigen 
Skeptiker-Argumente

Fundiert oder lediglich nachgeplappert?


Kürzlich schrieb mir ein Insider-Mitglied, er sei nicht an Astrologie interessiert, denn die Planetenstände hätten sich ja längst verändert.
Solche Rückmeldungen bekomme ich immer wieder. Und auch das Schweizer Fernsehen hat kürzlich mit einer Einstein-Sendung ins selbe Horn gestoßen. Zum Glück gab es einen Riesen-Shitstorm für diese sackschwache Leistung.

Ich bin langsam etwas müde geworden, immer wieder dieselben unreflektierten Skeptiker-Argumente zu hören. Die meisten davon werden seit Jahrzehnten praktisch wortgleich weitergereicht. Kaum jemand prüft nach, ob sie überhaupt stimmen. Man plappert sie einfach nach, weil man sie irgendwann einmal gehört hat.

Darum möchte ich in diesem Power-Letter einmal gründlich aufräumen mit den häufigsten Vorurteilen gegenüber der Astrologie. Nicht, um jemanden zu bekehren. Wer sich nicht dafür interessiert, darf das selbstverständlich so halten. Aber ich finde, wenn man etwas kritisiert, sollte man wenigstens wissen, wovon man spricht.
So bin ich übrigens zur Astrologie gekommen. Ich hatte 2010 die Idee, diesen „Aberglauben“ in meinem Power-Letter zu demontieren. Allerdings war ich, im Gegensatz zu vielen Skeptikern, intelligent genug, mich zuerst intensiv damit zu beschäftigen. Der Rest ist, wie du weißt, Geschichte.

Beginnen wir also mit den klassischen Einwänden.

Skeptiker-Argument Nr. 1:
„Die Sternzeichen stimmen doch gar nicht mehr, 

weil sich die Sternbilder verschoben haben.“

Dieses Argument gehört zu den beliebtesten. Es zeigt aber vor allem eines: Wer das ins Feld führt, hat sich nie ernsthaft mit Astrologie beschäftigt.

Die westliche Astrologie arbeitet nämlich nicht mit den tatsächlichen Sternbildern am Himmel, sondern mit dem sogenannten tropischen Tierkreis. Dieser beginnt jedes Jahr exakt mit der Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche. Von dort aus wird der Kreis in zwölf gleich große Abschnitte zu je 30 Grad unterteilt.

Diese Abschnitte heißen Widder, Stier, Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau, Waage, Skorpion, Schütze, Steinbock, Wassermann und Fische. Die Namen sind historisch entstanden, als diese Abschnitte ungefähr mit den entsprechenden Sternbildern übereinstimmten. Heute tun sie das nicht mehr, und das ist für die astrologische Methode absolut irrelevant.

Wer dieses Argument bringt, kritisiert also etwas, was in der Astrologie gar nicht behauptet wird.

Skeptiker-Argument Nr. 2:
„Astrologie behauptet, die Planeten würden unser Leben steuern.“

Auch das ist ein Missverständnis. Die klassische Astrologie arbeitet nicht mit Kausalität, sondern mit Synchronizität.

Das bedeutet: Die Planetenkonstellationen gelten nicht als Ursache menschlicher Ereignisse, sondern als Spiegel oder Symbol einer Zeitqualität. Ein häufig verwendetes Bild ist das der Uhr. Wenn der Zeiger auf zwölf steht, ist nicht der Zeiger die Ursache dafür, dass Mittag ist. Er zeigt lediglich an, wieviel Uhr es ist.

In ähnlicher Weise betrachtet die Astrologie die Konstellationen des Himmels als symbolische Anzeige eines bestimmten energetischen Musters.

Die alten Griechen kannten zwei Götter für die Zeit: Chronos und Kairos. Chronos war für die Zeitquantität zuständig und Kairos für die Zeitqualität. Den Chronometer (auch bekannt unter dem Namen „Uhr“) können die meisten Erwachsenen lesen, den Kairometer (die Himmelsuhr) leider nicht. Und das ist für viele, die es nicht können, Anlass genug, um diejenigen zu verhunzen, die es können. Ziemlich absurd, oder?

Skeptiker-Argument Nr. 3:
„Die Gravitation der Planeten ist viel zu schwach.“

Dieses Argument wird oft von Menschen vorgebracht, die glauben, Astrologie müsse physikalisch funktionieren.

Tatsächlich basiert Astrologie aber nicht auf Gravitation. Niemand behauptet, dass Mars oder Venus durch physikalische Kräfte unsere Persönlichkeit formen. Die astrologische Symbolik entstand lange bevor jemand etwas über Gravitation wusste.
Hier wird also ebenfalls eine Theorie kritisiert, die kein vernünftiger Astrologe vertritt.

Skeptiker-Argument Nr. 4:
„Horoskope in Zeitungen passen auf jeden.“

Damit haben die Skeptiker sogar recht. Zeitungshoroskope sind Unterhaltung. Sie bestehen aus extrem vereinfachten Textbausteinen, nutzen den sogenannten Barnum- oder Forer-Effekt und beziehen sich meistens nur auf das Sonnenzeichen. Letzteres ist in etwa vergleichbar mit einem Mediziner, der sich nur um das Herz kümmert.

Ein echtes Geburtshoroskop ist dagegen ein hochkomplexes System aus Planetenstellungen, Häusern, Aspekten, Mondknoten, Achsen und vielen weiteren Faktoren. Zwei Menschen, die beide „Löwe“ sind, können vollkommen unterschiedliche Horoskope haben.

Astrologie anhand von Zeitungshoroskopen zu beurteilen, ist etwa so intelligent wie wenn man die gesamte medizinische Wissenschaft nach einem Werbespot für Kopfschmerztabletten bewerten würde.

Skeptiker-Argument Nr. 5:
„Astrologen widersprechen sich ständig.“

Das stimmt teilweise. Aber daraus folgt nicht, dass Astrologie falsch ist. Es zeigt lediglich, dass Interpretation eine Rolle spielt.

Auch zwei Psychologen können denselben Menschen unterschiedlich einschätzen. Zwei Juristen können dasselbe Gesetz verschieden auslegen. Und zwei Ärzte können zu unterschiedlichen Diagnosen kommen.

Astrologie ist eine symbolische Sprache. Und wie jede Sprache kann sie unterschiedlich gelesen werden.

Skeptiker-Argument Nr. 6:
„Wenn Astrologie funktionieren würde, 

hätte die Wissenschaft das längst bewiesen.“

Hier übersieht der Skeptiker, dass Astrologie gar nicht nach denselben Kriterien arbeitet wie ein naturwissenschaftliches Experiment.

Naturwissenschaft untersucht reproduzierbare, isolierbare Ursachen. Astrologie arbeitet dagegen mit komplexen, einmaligen Lebenssituationen. Ein Horoskop ist kein chemischer Versuch im Labor, sondern eher vergleichbar mit einer Landkarte oder einer psychologischen Analyse.

Dass sich solche Systeme nicht problemlos in Doppelblindstudien pressen lassen, überrascht daher kaum.

Kommt dazu, dass die bisherigen astrologischen Studien den drei Gütekriterien einer wissenschaftlichen Studie in der Regel nicht entsprechen.
Für nicht akademisch Verdorbene, hier die Erklärung:

  • Validität: Eine Messung ist valide, wenn sie tatsächlich das misst, was sie messen soll und somit glaubwürdige Ergebnisse liefert.
  • Reliabilität: Die Reliabilität bezieht sich darauf, ob deine Forschung bei wiederholter Durchführung zuverlässige Ergebnisse liefert.
  • Objektivität: Eine Forschung ist objektiv, wenn keine ungewollten Einflüsse durch involvierte Personen entstehen.

So hat zum Beispiel Gunter Sachs (Gott hab’ ihn selig) im Jahr 1997 eine astrologische Studie veröffentlicht, die zeigen sollte, welche Sternzeichen zu welchen Berufen neigen. Mindestens das Kriterium der Validität hat diese Studie nicht erfüllt, denn es wurden nur die Sonnenzeichen untersucht, und damit ist das wissenschaftlicher Schrott. Aufgrund der Bekanntheit von Gunter Sachs erfuhr das Buch leider trotzdem weite Verbreitung.

Skeptiker-Argument Nr. 7:
„Astrologie beruht auf dem Bestätigungsfehler.“

Der sogenannte Bestätigungsfehler bedeutet, dass Menschen vor allem das wahrnehmen, was ihre Erwartungen bestätigt.

Dieses psychologische Phänomen existiert tatsächlich. Aber es erklärt nicht alles. Wer einmal eine sorgfältige astrologische Analyse erlebt hat, weiß, dass dabei oft auch Dinge angesprochen werden, die der Betroffene zunächst gar nicht hören wollte.

Diese überraschenden Treffer sind es, die viele Menschen überhaupt erst neugierig machen.

Skeptiker-Argument Nr. 8:
„Es gibt noch ein dreizehntes Sternzeichen.“

Auch dieses Argument beruht auf einer Verwechslung. Gemeint ist das Sternbild Schlangenträger.

Astronomen haben völlig recht: Die Sonne durchläuft dieses Sternbild tatsächlich. Für die Astrologie spielt das jedoch keine Rolle, weil sie, wie ich weiter oben schon erklärt habe, nicht mit den realen Sternbildern arbeitet, sondern mit dem symbolischen Tierkreis aus zwölf gleich großen Abschnitten.

Das System ist also bewusst auf zwölf Archetypen aufgebaut.

Skeptiker-Argument Nr. 9:
„Zwillinge müssten doch identische Leben führen.“

Gemeint ist natürlich nicht das Tierkreiszeichen Zwillinge, sondern zwei fast gleichzeitig geborene Menschen. Auch das klingt zunächst plausibel. Aber Zwillinge werden selten exakt zur gleichen Minute geboren. Schon wenige Minuten können den Aszendenten und damit die Häuserstruktur verändern.

Noch wichtiger ist jedoch etwas anderes: Ein Horoskop zeigt Anlagen und Themen. Wie diese gelebt werden, hängt stark von Umfeld, Familie, Kultur und persönlichen Entscheidungen ab. Ein und dieselbe Anlage kann sich in unterschiedlichen Lebenswegen ausdrücken. So kann der eine Zwilling seine Skorpion-Energie beispielsweise in einem Psychologie-Studium ausleben, während der andere Gerichtsmediziner oder Tantralehrer wird.
Die Astrologin Liz Greene hat außerdem festgestellt, dass Zwillinge, die gemeinsam aufwachsen, in der Regel unterschiedlicher sind als solche, die bei der Geburt getrennt wurden. Sie folgert daraus, dass Zwillinge sich quasi ihr Horoskop aufteilen, um ihre Eigenständigkeit zu wahren.

Skeptiker-Argument Nr. 10:
„Astrologie ist Aberglaube.“

Dieser Vorwurf wird gerne erhoben, ohne zu definieren, was genau damit gemeint ist.

Astrologie ist ein mehrere tausend Jahre altes Symbolsystem, das in vielen Kulturen unabhängig voneinander entwickelt wurde. Man kann darüber diskutieren, wie zuverlässig es ist oder welche Methoden sinnvoll sind. Aber es pauschal als Aberglauben abzutun, ersetzt keine sachliche Auseinandersetzung.

Wer ernsthaft kritisieren möchte, sollte sich zumindest ein wenig mit dem System beschäftigen. Und daran hapert es erstaunlich oft. Viele der lautesten Kritiker kennen Astrologie nur aus Karikaturen, Zeitungsrubriken oder spöttischen Fernsehsendungen. Sie kritisieren also nicht die reale Astrologie, sondern eine vereinfachte Version davon.
Damit ist Kritik natürlich sehr einfach. Aber eben auch wenig überzeugend.

Übrigens könnte Astrologie gerade im Zeitalter der künstlichen Intelligenz eine völlig neue Bedeutung bekommen. Denn die KI kann etwas, das menschlichen Astrologen oft schwerfällt: Sie kann enorme Mengen astrologischer Faktoren gleichzeitig analysieren. Und vom Vorwurf des sogenannten „Cold Readings“ ist die seelenlose KI nun mal definitiv befreit.




Der misslungene Kino-Abend

Warum mich „Avatar“ heute langweilt


Als im Jahr 2009 der Film „Avatar“ in die Kinos kam, gönnten Nany und ich uns die Luxusvariante. In einem Zürcher Kino (ja, liebe Nichtschweizer, das heißt Zürcher und nicht Züricher!) buchten wir eine Zweierloge mit bequemen Entspannungssesseln und schauten uns den Streifen in 3D an.

Wir waren fasziniert. Die Bilder waren spektakulär, die Technik überwältigend. Man hatte tatsächlich das Gefühl, in eine fremde Welt einzutauchen. So sehr, dass wir gar nicht bemerkten, welches Weltbild uns da eigentlich aufs Auge gedrückt wurde.

Letzten Monat wollte ich dieses Erlebnis wiederholen. Da ich einen Kurzdistanz-Laserbeamer besitze, der mir ein drei Meter breites Bild an meine Bürowand projiziert und ebenfalls 3D kann, kaufte ich mir „Avatar 2“ auf Blu-ray. Nany und ich wollten den Abend also noch einmal so zelebrieren wie damals.

Nach fünf Minuten schalteten wir den Player wieder ab. Wir langweilten uns.

Natürlich fragten wir uns, woran das liegen könnte. Ein Grund ist sicherlich die Technik. 3D ist heute nichts Besonderes mehr. Damals war es eine Sensation. Heute kann ich jederzeit meine VR-Brille aufsetzen und mich in dreidimensionalen Welten bewegen. Was früher ein einmaliges Kinoereignis war, gehört heute fast schon zum Alltag.

Aber das eigentliche Problem liegt meiner Meinung nach woanders.
Das wirklich Langweilige an der „Avatar“-Serie ist das Weltbild, das dahinter steckt. Es ist das alte, simple Hollywood-Schema: Die Urvölker sind gut, die Zivilisation ist böse. Die Naturmenschen leben im Einklang mit allem, sind spirituell, rein und moralisch überlegen. Die Menschen aus der industrialisierten Welt dagegen sind gierig, brutal und zerstörerisch. Sie kommen nur, um auszubeuten.

Dieses Muster ist so alt wie vorhersehbar. Und vor allem ist es eine groteske Vereinfachung der Realität. Die Wahrheit ist deutlich komplizierter.
Ja, es gab und gibt Kulturen, die enger mit der Natur verbunden sind. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass sie automatisch moralisch überlegen sind. Auch sogenannte Naturvölker führen Kriege, kennen Machtkämpfe, Rivalitäten und Grausamkeiten. Der Mensch bleibt Mensch, egal ob er in einer Großstadt lebt oder im Dschungel.

Genauso falsch ist die pauschale Verteufelung der Zivilisation. Unsere moderne Welt hat Probleme, ohne Frage. Aber sie hat auch ungeheuer viel Positives hervorgebracht. Medizin, die Millionen Menschen das Leben rettet. Technologien, die Wissen zugänglich machen. Möglichkeiten der Bildung, der Kommunikation und der Zusammenarbeit, die früher unvorstellbar waren.

Die romantische Vorstellung, wir müssten nur „zurück zur Natur“, um glücklich zu sein, ist ein Märchen. Wenn wir tatsächlich in einer „naturbelassenen“ Welt leben würden, ohne moderne Medizin, ohne Technik, ohne Infrastruktur, würde ein großer Teil der Menschheit gar nicht erst das Erwachsenenalter erreichen.

Das Tragische an solchen Hollywood-Erzählungen ist deshalb nicht nur ihre Naivität. Sie fördern auch ein falsches Selbstbild. Wir werden ständig mit der Botschaft konfrontiert, wir seien im Grunde zerstörerische Wesen, die der Natur schaden und sich schämen sollten für den Fortschritt. Die vermeintlich edlen „Naturmenschen“ werden zum moralischen Maßstab erhoben. Das führt zu einer seltsamen Form von kulturellem Selbsthass.

Dabei bräuchten wir heute eigentlich genau das Gegenteil: Ein realistisches, verantwortungsbewusstes Verhältnis zu unserer eigenen Zivilisation. Wir sollten anerkennen, was wir geschaffen haben, und gleichzeitig lernen, verantwortungsvoll damit umzugehen. Technik ist nicht der Feind der Natur. Sie ist ein Werkzeug. Und wie jedes Werkzeug kann sie klug oder dumm eingesetzt werden. Wenn Hollywood uns stattdessen immer wieder dieselbe primitive Moralgeschichte serviert, dann ist das zwar kommerziell wirksam, aber zutiefst verantwortungslos.

Mir ist in unserer zweiten Kalifornien-Zeit (2012-2016), in der ich mich intensiv mit dem Schreiben von Drehbüchern befasst und Hollywood hautnah erlebt habe, eines klargeworden: Die großen Hollywood-Produzenten sind in erster Linie an Ruhm und Geld interessiert, das ist ihr Geschäftsmodell. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Was mich jedoch irritiert, ist etwas anderes: Die Hollywood-Bonzen machen sich offenbar keine Gedanken darüber, welche Weltbilder sie millionenfach verbreiten. Filme wirken oft stärker als politische Reden oder Schulbücher.
Wer eine solche Reichweite hat, trägt auch Verantwortung.

Doch genau diese Verantwortung scheint in Hollywood selten eine Rolle zu spielen. Entscheidend ist vor allem, ob ein Film spektakulär aussieht und möglichst viel Geld einspielt. Das war vermutlich der Grund, warum Nany und ich den Film nach fünf Minuten wieder ausgeschaltet haben. Nicht, weil der Film schlecht gemacht ist. Der ist technisch gesehen, wie immer bei Cameron, so perfekt wie es nur geht. Nein, wir haben schlichtweg gemerkt, dass hinter diesen technisch perfekten Bildern eine erstaunlich primitive Geschichte steckt.




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Das wär’s für heute…

Es gibt einen neuen Rekord: Mein KI-Musikkanal freut sich über 20’000 Abonnenten. Das Schöne und gleichzeitig Neue für mich ist: Ich habe dabei absolut keine kommerzielle Absicht. Es geht mir lediglich darum, die Möglichkeiten der KI für etwas Sinnvolles zu nutzen und ein paar Botschaften auf der Welt zu verbreiten, die mir wichtig erscheinen. Das kann man, wie wir oben gesehen haben, mit Filmen erreichen, aber eben auch mit Musik, die Gefühle und Stimmungen transportieren kann wie sonst kaum etwas.

Wenn ich die Statistiken studiere, sehe ich: Die Franzosen und die Spanier haben das bis jetzt am besten aufgenommen. Oder besser: Die französisch- und die spanischsprechenden Menschen auf der Welt. Sie haben zu einem Großteil für die mehr als 600’000 Klicks gesorgt.

Ein französischsprachiger Song, der sehr feine Töne anschlägt und daher nichts für laute Gemüter ist, trägt den Titel „Et on verra bien“. Er ist im Vergleich zu vielen anderen meiner Songs eher untypisch und gehört gerade deshalb zu meinen Favoriten. Dieses „Et on verra bien“ am Schluss hat eine unbeschreibliche Wirkung, die mir regelmäßig die Freudentränen in die Augen treibt. Es ist der musikalische Ausdruck einer Intimität, die weit über Sexualität hinausgeht. Ich bin gespannt, wie viele von Euch das auch so empfinden.

Hier ist die wörtliche deutsche Übersetzung:

(Titel)
Und dann werden wir sehen

(Strophe 1)
Man hat mir gesagt: „Das ist der große Tag, dein schönster.“
Als ob das Morgen nur ein sanfter Abhang wäre.
Aber ich glaube nicht an Höhepunkte.
Ich glaube an Wege, die sich erst beim Gehen erfinden.

(Pre-Refrain)
Nein, nicht so.
Nicht dieses Theater.

(Refrain 1)
Wir werden „Ja“ sagen, ohne Zeugen, ohne Hochzeitszug,
nur der Wind, die Stille und wir zwei.
Das Fest? Es wird von selbst kommen,
wenn unsere Haare gemeinsam weiß geworden sind,
wenn wir die Jahreszeiten durchquert haben,
ohne zu zählen, ohne zu versprechen,
einfach indem wir geblieben sind.

(Strophe 2)
Warum diese Inszenierung, dieses Zur-Schau-Stellen?
Diese weißen Kleider, die man nur einen Abend trägt?
Ich ziehe die Falten vor, die erzählen,
von frühen Morgenstunden, von gemeinsam getrunkenen Kaffees.

(Pre-Refrain)
Nein, nicht so.
Das Wahre beginnt erst nach all dem.

(Refrain 2)
Wir werden „Ja“ sagen, ohne Fanfaren, ohne Tamtam,
im gewöhnlichen Licht eines Dienstags.
Das Fest? Es wird in den Stillen liegen,
in all dem, was wir nicht sagen müssen,
in Blicken, die sich verstehen,
ohne Anstrengung, ohne Glanz,
einfach indem wir sind.

(Bridge)
Denn das Schöne liegt nicht im Augenblick, der auflodert.
Es liegt in der Glut, die bleibt.
In dem, was übrig bleibt, wenn alle gegangen sind,
in der stillen Selbstverständlichkeit der Tage.

(Strophe 3)
Schau, das perfekte Bühnenbild ist mir gleichgültig,
die Fotos, die man später zeigen wird.
Was zählt, ist, was wir mit der Zeit anfangen,
wenn niemand zuschaut, wenn niemand applaudiert.

(Finaler Refrain)
Wir werden „Ja“ sagen, ohne Zeremonie,
in der größtmöglichen Schlichtheit.
Das Fest? Es wird in der Dauer liegen,
in jedem Jahr, das uns wahrer macht,
leichter, stärker verwurzelt,
ohne Lärm, ohne Spuren,
einfach wir.

(Outro)
Wir werden einfach „Ja“ sagen,
ohne etwas Unmögliches zu versprechen.
Und dann werden wir sehen.
Und dann werden wir sehen.

Lust auf den Song? Klicke auf das Bild.

Herzlich, Dein




Nr. 400

25.3.2026


Ist ein humorvoller Umgang mit Sterbenden erlaubt? Mehr dazu in diesem Power-Letter…



Hallo, liebes Mitglied des HPZ-Insider-Clubs,

Immer wieder habe ich in meinem Leben diesen Satz gehört: „Ich hab’ alles im Griff.“ Und genauso zuverlässig kam von mir jeweils die Antwort: „Und was ist, wenn du den Griff loslässt?“

Meistens lachte mein Gegenüber. Manchmal ein wenig unsicher. Denn hinter dieser scheinbar harmlosen Frage steckt etwas, das wir nicht so gern anschauen. Der Wunsch, alles im Griff zu haben, ist selten ein Ausdruck von Stärke. Viel öfter ist es der Versuch, Unsicherheit nicht spüren zu müssen. Kontrolle als Beruhigungsmittel.

Wenn ich etwas im Griff habe, dann halte ich fest. Ich spanne an. Ich sorge dafür, dass nichts verrutscht, nichts entgleitet, dass ich keine Überraschungen erlebe. Das klingt zunächst vernünftig. Aber gleichzeitig bedeutet es auch: Ich traue dem Leben nicht. Also halte ich fest, was ich festhalten kann.

Nur hat das Leben eine Eigenart: Es interessiert sich nicht dafür, ob du etwas im Griff hast. Es fließt einfach weiter. Und je fester du zugreifst, desto anstrengender wird es.

Die eigentliche Frage ist daher nicht, ob du alles im Griff hast. Die spannendere Frage ist: Was passiert, wenn du loslässt?
Nicht aus Gleichgültigkeit, sondern im Sinne von Vertrauen. Vertrauen darauf, dass du auch dann handlungsfähig bleibst, wenn du nicht alles unter Kontrolle hast. Dass du reagieren kannst, statt krampfhaft zu steuern. Dass du dich im Leben bewegen kannst, anstatt es festzuhalten.

Vielleicht ist echte Souveränität nicht das, was man im Griff hat. Vielleicht zeigt sie sich darin, wie gut man damit umgehen kann, wenn man den Griff bewusst lockert.




Leidest du unter Bluthochdruck?

Und möchtest du wissen, was du alles ohne Medikamente erreichen kannst?



Einige von Euch kennen Moritz Binder bereits. Er ist Mitglied meines Insider-Clubs und hat sich eine Zeitlang als erfolgreicher Online-Gesundheitscoach betätigt, bis ihn die Sehnsucht nach „richtiger“ Medizin wieder gepackt hat. Zur Zeit absoviert er die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin.

Sein Buch, das in diesen Tagen im renommierten Humboldt-Verlag erschienen ist, ist sehr unterhaltsam zu lesen. Moritz sagt, er hat viel aus meinem Online-Schreibseminar gelernt, was mich natürlich sehr freut. Noch mehr freut mich, dass man das dem Buch auf Schritt und Tritt ansieht, von den pfiffigen Kapitel-Überschriften über die erfrischend burschikosen Formulierungen bis zu den persönlichen Anekdoten, die sein Werk von der Mainstream-Medizinliteratur abheben.

Kurz und gut: Das Buch ist durch und durch gelungen, und man bekommt es überall, wo es Bücher gibt. Ich wünsche Moritz, dass sein Bluthochdruck-Buch nicht nur viele Leben rettet, sondern auch ein Longseller wird.

Übrigens… falls du jetzt fragst, ob man mein Online-Schreibseminar noch erwerben kann? Ja, kann man, und zwar zum Ausverkaufspreis, halt ohne Betreuung und ohne die Möglichkeit für ein Zertifikat. Melde dich für ein maßgeschneidertes Angebot.




Darf man mit Sterbenden scherzen?

Wenn der Tod plötzlich gar nicht mehr so schwer ist…



Meine Mutter ist im Januar 96 geworden. Mein Vater wurde 88 und starb am 18. August 2015. Dieses Datum habe ich mir nicht etwa absichtlich eingeprägt; es ist schlicht der Geburtstag von Nanys Sohn. So entstehen manchmal diese seltsamen Verknüpfungen im Leben, die man nie mehr vergisst.

Letzte Woche rief mich meine Schwester an. Mutti, wie wir Kinder sie nennen, liege im Sterben. Lungenentzündung, Atemnot, Verlegung vom Seniorenheim ins Spital Interlaken. 

Als ich hörte, dass sie noch sprechen konnte, griff ich zum Telefon. Wer mich kennt, weiß, dass ich keine Tabus kenne und selten um den heißen Brei herum rede. Also sagte ich zu ihr: „So, ich habe gehört, du willst jetzt im Himmel nach dem Rechten sehen.“
Und was macht meine Mutter? Sie scherzt zurück. Wir hatten ein erfrischend heiteres Gespräch über den Tod.

Das mag für Außenstehende irritierend klingen. Aber ich habe immer wieder erlebt, wie wohltuend es ist, wenn man sich auch in solchen Momenten nichts vormachen muss. Wenn man nicht gezwungen ist, in diesen vorgefertigten Sätzen zu sprechen, die zwar gut gemeint sind, aber oft einfach nur leer klingen.

Eine frisch verwitwete Frau sagte mir einmal, sie sei stinkesauer auf ihren verstorbenen Mann. Er habe sie einfach allein gelassen. Und dann kam fast entschuldigend hinterher: „Das darf man ja eigentlich nicht sagen.“
Doch, darf man. Und als sie es ausgesprochen hatte, fiel sichtbar etwas von ihr ab. Kein beschönigender Trost hätte ihr das geben können.

Zwei Tage später durfte meine Mutter zurück ins Seniorenheim. Mit Sauerstoff versorgt, aber erstaunlich lebendig. Ich rief sie nochmals an: „Soso, du drehst also noch eine Ehrenrunde?“
„Ja“, sagte sie trocken, „Vati konnte sich da oben noch nicht richtig durchsetzen. Ich muss ihm noch einmal ins Gewissen reden.“
Ich antwortete: „Also, wenn er demnächst Erfolg haben sollte, lass ihn grüßen. Und ich wünsche dir eine gute Reise.“

So flapsig gingen wir nicht immer miteinander um, meine Mutter und ich. Dass wir heute so sprechen können, hat viel mit meiner eigenen systemischen Arbeit zu tun. Und ich habe den Eindruck, dass es sich für uns beide stimmig anfühlt. Leicht, ehrlich und ohne Theater.

Und vielleicht ist das eine der größten Entlastungen im Umgang mit dem Tod: Wenn er nicht mehr ausschließlich als tragisches Ereignis behandelt wird, sondern auch als Teil des Lebens, über den man sprechen darf, wie einem der Schnabel gewachsen ist.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich dich auf einen Podcast aufmerksam machen, der sich genau mit solchen Themen beschäftigt. Thomas Knöller, Mitglied meines Insider-Clubs, ist katholischer Theologe und seit einiger Zeit selbständiger konfessionsunabhängiger Ritualbegleiter. Ein spannender Weg, an dem ich nicht ganz unbeteiligt bin, oder, Thomas?

In seinem Podcast „Schön war’s“ geht es um Abschiede, Rituale und die Frage, wie man dem Leben auch am Ende noch Würde, Tiefe und manchmal sogar eine Prise Humor verpassen kann. Die neueste Folge trägt den Titel „Spielräume entdecken“. Dort spricht Thomas mit seinem Geschäftspartner unter anderem darüber, wie individuell und kreativ Trauerfeiern gestaltet werden können, zum Beispiel durch das gemeinsame Bemalen des Sargs.

Wenn dich das interessiert, hör unbedingt rein. Entweder direkt hier oder auf deiner bevorzugten Podcast-Plattform.

Ich habe den Podcast bereits abonniert und werde mir nach und nach auch die früheren 11 Episoden anhören. Sie tragen folgende Titel:

  • War’s schön?
  • Wer sind die Beiden?
  • Musik auf der Trauerfeier – was passt eigentlich?
  • Soundtrack zum Abschied
  • Wollen hätt’ ich schon mögen
  • Lustig war’s
  • Nicht nur zur Weihnachtszeit
  • Gute Vorsätze fürs Leben
  • Trauern junge Erwachsene anders?
  • Wenn Kinder sterben
  • In unserem Maschinenraum

Und wenn du einmal einen Menschen suchst, der ein Ritual nicht einfach „abspult“, sondern wirklich gestaltet, dann findest du die Koordinaten von Thomas hier. Du darfst ihn übrigens duzen; er ist ja Mitglied unseres Clubs.

Vielleicht liegt die größte Würde im Abschied gar nicht im feierlichen Ernst, sondern darin, dass alles da sein darf: Trauer, Wut, Liebe – und manchmal eben auch ein unerwartetes Lächeln.

Mir fällt zu diesem Thema gerade noch etwas ein: Als im Jahr 2008 unser Hund mit 13 Jahren starb, schrieb mir ein Kunde: „Genieße die Trauer!“
Zuerst war ich etwas irritiert. Doch dann wurde mir klar, wie recht er hat. Genießen bedeutet „alles bis ins Letzte auskosten“. Und genau das taten Nany und ich. Wir ließen die Tränen ungehindert laufen und waren uns bewusst, dass wir damit noch viel mehr als nur die Trauer um unseren Yorkie wegschwemmten. Und wenn es langsam wieder trocken wurde unter den Augen, zeigten wir uns Fotos von ihm und erzählten einander von Momenten, wo er uns besonders viel Freude oder Sorgen bereitet hatte… bis die Tränen wieder flossen.

Und irgendwann kann man über den Verstorbenen reden, ohne zu weinen, und es bleiben nur die schönen Erinnerungen.




Bald ist wieder Sommerzeit

Über die volkswirtschaftlichen Auswirkungen der Zeitumstellung



Kürzlich habe ich ChatGPT beauftragt, das Thema „Zeitumstellung“ einmal richtig gründlich zu recherchieren, mit Blick auf Studien, volkswirtschaftliche Auswirkungen und konkrete Effekte auf die arbeitende Bevölkerung.

Der Anlass war ein persönlicher. Ich habe selbst über Jahre hinweg unter der Zeitumstellung gelitten. Heute kann ich mir meine Zeit freier einteilen, so dass ich es als nicht mehr ganz so schlimm erlebe. Aber damals, als ich noch zu hundert Prozent berufstätig war, war diese eine Stunde alles andere als harmlos. Ich habe es nicht als „kleine Umstellung“ erlebt, sondern eher wie einen Mini-Jetlag, und zwar genau dann, wenn man im Alltag funktionieren sollte.

Also habe ich mir gesagt: Schauen wir doch einmal, was die Wissenschaft dazu sagt.
Zunächst einmal: Es gibt mittlerweile eine große Anzahl von Studien zu diesem Thema, und die zeigen ziemlich übereinstimmend, dass die Zeitumstellung eben nicht nur ein organisatorischer Akt ist, sondern ein Eingriff in unseren biologischen Rhythmus.

Eine Untersuchung zeigt beispielsweise, dass die Umstellung auf Sommerzeit zu einem messbaren Rückgang des Arbeits-Engagements führt, und zwar nicht nur am ersten Tag, sondern auch noch eine Woche später. Der Hauptgrund liegt auf der Hand: Schlechterer Schlaf. Wenn Menschen schlechter schlafen, dann sind sie am nächsten Tag weniger konzentriert und schlicht weniger leistungsfähig.

Eine andere Studie ergänzt dieses Bild und zeigt, dass gleichzeitig das Gefühl von Zeitdruck steigt und die allgemeine Zufriedenheit sinkt. Das klingt harmlos, ist es aber nicht. Denn weniger Schlaf, mehr Zeitdruck und geringere Zufriedenheit führen im Arbeitsalltag ziemlich zuverlässig zu geringerer Konzentration, mehr Fehlern und weniger effizientem Arbeiten. Und an diesem Punkt wird aus einem individuellen Problem ein wirtschaftliches.

Die spannende Frage ist jetzt: Spürt das die Volkswirtschaft tatsächlich? Die ehrliche Antwort lautet: Ja, aber nicht spektakulär, sondern eher subtil. Es gibt keine seriöse Studie, die sagt, die Zeitumstellung koste Europa exakt eine bestimmte Summe. Dafür ist das Ganze zu vielschichtig. Aber es gibt Untersuchungen, die verschiedene Faktoren zusammenführen, also Produktivität, Gesundheit und Wohlbefinden, und daraus eine Größenordnung ableiten. Eine solche Analyse kommt auf rund 750 Euro pro Person und Jahr. Ob es nun genau dieser Betrag ist, sei dahingestellt, aber die Richtung ist eindeutig. Es geht nicht um einen einmaligen großen Schaden, sondern um viele kleine Einbußen, die sich summieren.

Besonders aufschlussreich ist dabei, was man nicht findet. Du hast sicher schon das Argument gehört, die Zeitumstellung sei wichtig für die Wirtschaft, weil sie Koordination und Lieferketten verbessere. Auch das habe ich gezielt überprüfen lassen. Resultat: Es gibt keine überzeugenden Studien, die zeigen, dass die Zeitumstellung selbst die wirtschaftliche Effizienz erhöht.
Was tatsächlich einen Nutzen hat, sind einheitliche Zeitregeln. Eine Wirtschaft funktioniert besser, wenn alle zur gleichen Zeit nach der gleichen Uhr leben, das leuchtet ein. Aber daraus folgt nicht, dass man diese Uhr zweimal im Jahr verstellen muss. Im Gegenteil: Die moderne Wirtschaft arbeitet längst mit verschiedenen Zeitzonen, mit globalen Lieferketten und sogar mit saisonal wechselnden Zeitdifferenzen zwischen Kontinenten. Sie kommt damit bestens zurecht. Die Zeitumstellung selbst wirkt dann eher wie ein zusätzlicher Störfaktor, der Prozesse kurzfristig komplizierter macht, anstatt sie zu vereinfachen.

Wenn ich die Studienlage mit meiner eigenen Erfahrung zusammenlege, ergibt sich für mich ein stimmiges Gesamtbild. Die Zeitumstellung ist kein großes Drama, aber sie ist auch keineswegs harmlos. Sie wirkt eher wie ein feiner Sand im Getriebe, der zweimal im Jahr gleichzeitig Millionen Menschen trifft. Ein bisschen weniger Schlaf, ein bisschen mehr Stress, ein bisschen weniger Klarheit im Kopf. Für sich genommen ist das alles unspektakulär. In der Summe jedoch entsteht ein Effekt, den man nicht mehr ignorieren kann.

Oder noch einfacher gesagt: Die Wirtschaft braucht verlässliche Zeitregeln. Aber sie braucht ganz sicher keine halbjährliche Irritation.
Und wer es so wichtig findet, dass es abends länger hell bleibt, der schaue bitte nochmals auf den Cartoon da oben…




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Das wär’s für heute…


Zum Thema Tod passt hervorragend der Song, den ChatGPT mir einmal nach einem längeren Chat über Gott, die Welt und Leben und Tod vorgeschlagen hat. Hier ist die wörtliche deutsche Übersetzung des englischen Originals:

Titel: „Jetzt liegt es bei dir“

(Strophe 1)
Wenn ich einmal gegangen bin und alles still ist,
darfst du weinen oder laut fluchen.
Du kannst lachen oder die Augen verdrehen,
du schuldest mir keine Rechtfertigung.
Lass sie raus, deine inneren Kämpfe,
Tränen oder Lachen, schlaflose Nächte.
Was du fühlst, gehört nur dir allein—
ich habe meinen Frieden längst gefunden.

(Refrain)
Nimm meine Geschichte, falte sie oder verbrenne sie,
behalte sie bei dir oder lerne nichts daraus.
Du entscheidest, was bleibt und was vergeht—
ich werde weder urteilen noch dich beraten.
Es betrifft mich nicht, nicht mehr —
ich habe meine letzte, stille Tür geschlossen.
Also wenn du sprichst oder wenn du weinst,
verabschiedest du dich eigentlich von dir selbst.

(Strophe 2)
Ich brauche keinen perfekten Rahmen,
keine Blumen und keinen Ruhm.
Die einen werden fluchen, die anderen jubeln—
beides ist in Ordnung, ich werde nicht mehr da sein.
Ich habe meinen Teil getan, ich habe mein Lied gespielt,
ob kurz oder lang, es war nicht falsch.
Du musst es nicht schönreden—
sei einfach ehrlich, sei ganz.

(Refrain)
Nimm meine Geschichte, falte sie oder verbrenne sie,
behalte sie bei dir oder lerne nichts daraus.
Du entscheidest, was bleibt und was vergeht—
ich werde weder urteilen noch dir raten.
Es betrifft mich nicht, nicht mehr —
ich habe meine letzte, stille Tür geschlossen.
Also wenn du sprichst oder wenn du weinst,
verabschiedest du dich eigentlich von dir selbst.

(Bridge)
Manche wollen in Herzen und Gebeten weiterleben,
in Denkmälern, Liedern oder leeren Stühlen.
Doch mir ist egal, wie ich in Erinnerung bleibe—
ich bin frei vom Reich der Erinnerung.

(Finaler Refrain)
Nimm meine Geschichte, male sie aus oder zerreiße sie,
trage sie mit dir oder lass sie einfach liegen.
Was du fühlst, gehört dir—
ich bin Licht, und ich bin gegangen.
Und wenn du lächelst oder dich fragst, warum,
blickst du in Wahrheit in deinen eigenen Himmel.
Jetzt liegt es bei dir – lass es einfach sein.
Ich kenne mich selbst, und ich bin frei.

Lust auf den Song? Klicke auf das Bild.


Herzlich, Dein